Tief im Westen….(wartet die NSA)

wie eine Raketenabschussrampe, der Teufelsberg Vom Teufelsberg Richtung Spandau unter dem Abhoerschirm - mehr als nur ein Symbol Kuenstler diskutieren auf dem Dach der NSA Im Gefaengisfluf der Stasi Hinter der Mauer der Stasi Hinter den Mauern von Hohenschoenhausen Hinter den Gittern der Stasi freie Kunst auf dem Teufelsberg Auf dem Teufelsberg Blick in eine komfortable Stasi-Zelle Blick ueber die befremdlichen Anlagen der NSA Die NSA hinterliess viel Erkennungsdienstlihe Erfassung der Stasi-Haeftlinge ansonsten ist der Teufelsberg eine Ruine

Tief im Westen liegen die USA, unser größter Freund und Verbündeter in der Welt. Tief im Westen von Berlin, allerdings noch bevor Spandau erreicht wird, erhebt sich mit dem Teufelsberg die höchste natürliche Erhebung der Stadt. Bereits in der NS-Zeit wurde dieser Berg militärisch genutzt. Nach dem Krieg wurde er durch Schuttauflagerungen noch höher. Und sofort von der USA okkupiert, welche hierauf die zwischenzeitlich sehr zu Unruhm gekommenen NSA einen großen Abhörposten gegen den kommunistischen Klassenfeind bauen ließ. Die Sowjets bauten den Brocken zu ihrem Horchposten aus, für die USA mußte der Berliner Berg mit dem doch so passenden Namen herhalten. Wer war in diesem Spiel gut oder schlecht? Kann man sich, nach den heutigen Erkenntnissen, noch immer damit herausreden wenn die USA eine bestimmte Sache tun dann im Dienste der reinen und echten Freiheit und selbstverständlich im Sinne von Deutschland, wenn dagegen Russland exakt das Gleich tut, dann im Dienste des Bösen, der Unfreiheit, der Unterdrückung und natürlich gegen die Interessen von Deutschland gerichtet? Man stelle sich vor es wäre letzten Sommer heraus gekommen Putin hätte das Handy von Merkel abhören lassen. Aber so war das ja nicht weiter schlimm. Der damalige Innenminister fliegt persönlich in die USA um sich vor Ort verarschen zu lassen und ist entweder so dumm es selbst gar nicht zu merken oder hält uns für so dumm zu meinen wir würden das nicht merken. Wobei, diesem politischen Leichtgewicht, der selbst als Landwirtschaftsminister überfordert war, wirklich Ersteres zuzutrauen war. Und der zweite Oberheini von Merkels Gnaden, „Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen“-Pofalla, erklärt den gesamten Vorfall für nicht existierend um sich in den Vorstand der Bahn zu verziehen. Allein Gysi brachte es auf den Punkt indem er sagte er sei dieses elendige Duckmäusertum leid.

Der Gegenpol zum Symbol der amerikanischen Unterdrückung findet sich am anderen Ende der Stadt, das ehemalige Stasigefängnis Hohenschönhausen. Hier wird das Unrecht beim Namen genannt und auf den Punkt gebracht. Wer über die Flure dieses Gefängnisses geht, der kann diese gruselige Zeit am eigenen Körper nachfühlen. Genauso allerdings wie bei einem Gang über die amerikanischen Überreste auf dem Teufelsberg. Kann und darf ein Land, eine Regierung, welche es sich erlaubt das Unrecht im Osten klar auf den Punkt zu bringen, zum Unrecht der anderen Seite schweigen? Bei der Führung durch Hohenschönhausen wird auch auf die Überwachung des Briefverkehrs durch die Stasi hingewiesen. Aber dieses Unrecht ist historisch und wurde von der untergegangenen UdSSR begangen. Heute wissen wir, dank Snowden, das auch in der USA jeder einzelne Brief gescannt wird und die elektronische Kommunikation weltweit erfaßt wird. Dieses Unrecht wird heute, hier und jetzt begangen, von unserem „Freund“. Und hierzu meinen wir lächelnd schweigen zu dürfen? Ich empfinde wir verhöhnen mit diese Haltung auch die Opfer der Ostdiktatur. Denn Unrecht muß immer und überall benannt und bekämpft werden, sonst ist die Freiheit, welche sich die Menschen in der DDR 1989 erkämpft haben, nichts mehr wert, dann ging es 89 nur von Unfreiheit A direkt und ohne Umweg in die Unfreiheit B. Wo liegt der Unterschied ob sie von der Stasi oder NSA ausspioniert werden und die eigene Regierung dieses miese Spiel lächelnd mitmacht? Hierzu empfehle ich einen Blick in das folgende Interview, zumindest ab Minute 60; http://kenfm.de/blog/2014/03/23/krim-willy-wimmer/ .

Der 17. Juni 1953, wenn auch schon lange her, ist noch immer ein Tag dem der Staat gedenkt. Damals übte die Sowjetarmee mit ihren Panzern direkten Terror über die Menschen mitten in Berlin. Wo ist aber der Gedenktag zum Nato-Terror? Es fängt schon damit an das kaum einer überhaupt über Verbrechen der Nato informiert ist. 1980 übte eine Guerilla-Terrortruppe der Nato einen Bombenanschlag auf das Oktoberfest in München aus, 13 Tote. Bis heute wird dafür niemand zur Verantwortung gezogen. Die Nato führte in ganz Westeuropa eine Doppelstruktur in den Geheimdiensten (welche stark an den NSU-Skandal in der jüngsten deutschen Geschichte erinnert) und hielt sich Waffendepots in Wäldern versteckt. Zunächst mit dem Ziel, wenn der Russe unsere Länder überrollt, hinter den feindlichen Linien Aufklärung und Widerstand zu leisten. Als der Russe dann aber nicht kam begann man gezielt Terroranschläge durchzuführen um sie möglichst Kommunisten in die Schuhe zu schieben und damit linke Parteien bei den Wahlen zu diskreditieren. Der Westdeutsche durfte seit 1949 in der Wahlurne zwar immer das ankreuzen was er wollte, aber verfügte er immer auch über die richtige Informationslage vor der Wahl? Und wenn nicht, war die Wahl dann frei und demokratisch oder doch eher vergleichbar mit den Wahlen zur Volkskammer in der DDR? Wer mehr dazu wissen will informieren sich über das Stichwort „Gladio“, es gibt unzählige Dokumentationen dazu im Internet.

Auf dem Teufelsberg erwartet den Besucher heute keine staatliche Gedenkstätte. Einfach nur Ruinen, so wie von der NSA zurück gelassen. Über lange Zeit war das Gelände ein Geheimtipp für alternative Partygänger. Wilde Kunst hat sich dort breit gemacht. So entstand ein ganz anderer Ort als Hohenschönhausen. Keine Erklärtafeln, keine professionellen Führungen. Aber vielleicht trotzdem ehrlicher und besser in seiner Wirkung, da das Unrecht, welches mit diesem Ort verbunden ist, noch anhält, lebendig ist und nicht als abgeschlossenes Kapitel ins Museum abgeschoben werden kann. Der Teufelsberg ist heute in der Hand privater, alternativer Künstler, welche diesen Ort nutzen wollen ihre oft krelle Phantasie auszuleben. Und diese Geschichte fängt gerade erst an. Auch hier, genauso wie bei der NSA, kann heute noch keiner sagen wozu dies führen wird. Aber dadurch ist dieser Ort gerade heute spannend. Und der Teufelsberg ist jetzt ein transparenter Ort, offen für jeden, vor Ort wie virtuell (www.berliner-teufelsberg.com), ganz anders als die NSA, welche noch immer als ein Schattengewächs bezeichnet werden muß. Der Teufelsberg, einer der wirklich unwirklichen Orte von Berlin, viel mehr als jede Gedenkstätte gegen den Terror des Ostens. Und aktuell wie nie zuvor.

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