02.04.2014, über die Grenze nach Slowenien

Ljubljana4 Ljubljana3 Ljubljana2 Ljubljana1 lieblicher Bahnhof an der Wocheiner Bahn in den Strassen von Goricia die suspendierte Tram von Vila Opicina im Depot Der Wocheiner Bahnhof von Goricia, heute Nova Gorica Der verwaiste Bahnhof von Vila Opicina Bahnhof der Wocheiner Bahn von Goricia, Blick von Italien nach Slowenien aus dem Fenster der Wocheiner Bahn in Slowenien anstatt Fahrscheine zu verkaufen wachsen im Bahnhof von Vila Opicina Blumen

Trieste ist aus italienischer Sicht eine Sackgasse, die Bahn endet dort in einem Sackbahnhof. Wer weiter nach Süden den Balkan runter will muss etwas improvisieren um die weiter östlich verlaufende Balkanschiene zu erreichen. Hoch über Trieste liegt die Ortschaft Vila Opicina kurz vor der Grenze zu Slowenien. Von der venezianischen Ebene kommen führt auch eine Bahnlinie weiter Richtung Ljubljana. Da hier die Grenze ist fiel der Bahnhof für diesen Ort sehr groß aus. Aber wie bereits vorher gesagt hat die italienische Staatsbahn seit einigen Jahren ihre liebe Not mit grenzüberschreitenden Verbindungen. Zu Zeiten des eisernen Vorhangs verkehrten täglich noch mehrere Züge nach Osten, heute kein einziger mehr. Seit ca. 10 Jahren sank die Anzahl der Züge Jahr für Jahr, ganz zum Schluss verblieb noch ein Nachtzugpaar von Venedig nach Budapest. Die Trenitalia scheint diese Situation nicht zu stören, die Slowenische Staatsbahn dagegen schon. Daher entschieden die Slowenen im vergangen Dezember einfach zwei Zugpaare von Ljubljana bis Vila Opicina in den Fahrplan aufzunehmen. Problem: Einmal dort eingetroffen gibt es keine weiteren Anschlüsse. Daher sind diese Zugpaare wohl eher als eine stumme Aufforderung an die Italiener zu sehen. Nun wollte ich mit einem dieser Zugpaare mich auf den Weg in die slowenische Hauptstadt machen. Von Trieste gibt es eine historische Straßenbahn hinauf nach Vila Opicina. Aber ich wurde vom Pech verfolgt. Die Straßenbahn befindet sich seit einigen Jahren in Komplettsperrung zur Renovierung und derzeit sind die Arbeiten unterbrochen da die Finanzierung nicht geklärt ist. Die Bürger von Trieste stehen aber hinter ihrer „Tramvia“ und fordern eine Lösung. Und zum Zweiten gab es auf der slowenischen Bahnstrecke Anfang Februar einen Eisregen welcher die Oberleitungen zerstörte, daher findet auch hier nur ein Busersatzverkehr statt. Aber ich bin zum Bahnfahrer hierher gekommen. Also nutze ich die zweite Option. 50 Km nördlich von Trieste liegt die Stadt Gorizia, früher auch Görz genannt. Auch diese ein Teil der ehemaligen Habsburgischen Lande, daher gibt es auch heute hier noch ein „Kaffee Haus“. 1918 fiel auch diese Stadt an Italien. Vorher aber errichteten die Österreicher noch die Wocheiner Bahn von ihrem Stammland zum Hafen von Trieste und Gorizia bekam einen schönen Bahnhof. Diese Bahnlinie und Bahnhof wollte Tito mit seinen Partisanen aber unbedingt unter seine Kontrolle bringen und in den letzten Kriegstagen besetzte er das Land bis zur Bahnlinie. 1947 wurde diese Grenzziehung international anerkannt. Somit entstand hinter dem alten Bahnhof von Gorizia eine neue Stadt, Nova Gorica genannt. Direkt über den Bahnhofsplatz verläuft die Grenze und der Bahnhof von Nova Gorica wendet sein Gesicht der italienischen Stadt Gorizia zu. Heute ist der Verlauf der Grenze über diesen Platz durch eine Linie von Blumenkübeln erkennbar. Mittlerweile wurde Gorizia auch von den Italienern über die Bahnlinie Trieste-Udine mit einem neuen Bahnhof wieder angeschlossen. So habe ich einen Fußmarsch quer durch die Stadt von einem Bahnhof zum anderen vor mir.

Die Wocheiner Bahn führt mich zurück in die Alpen (dabei dachte ich diese eigentlich bereits hinter mir zu haben) und zeigt Slowenien von seiner schönsten Seite. Man fühlt sich wie in Süddeutschland. In Jesenice, nahe an Villach, wird die schräg nach Südosten verlaufende Balkanschiene erreicht und es geht weiter nach Ljubljana. Ljubljana und Slowenien sind mittlerweile in Europa angekommen, nichts erinnert hier mehr an Jugoslawien oder den Balkan. Man zahlt mit Euro und es gehört zum Schengenraum. Die Stadt ist vergleichbar mit Tübingen, an Größe, an Studenten, an Bierkneipen, an Nachtleben, an Schönheit, am Fluss, am Schloss über der Stadt, nur es ist eine Staatshauptstadt. Slowenien ist heute mit seiner Hauptstadt ein echtes Schmuckstück geworden.

 

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Ein Gedanke zu “02.04.2014, über die Grenze nach Slowenien

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