Bandar Abbas und der Persische Golf, 03.05.-07.05.2014

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24 Stunden dauert die Zugfahrt von Mashhad der östlichen Landesgrenze folgend bis hinunter an die Küste, nach Bandar Abbas. In meinem Reiseführer heißt es die Golfküste sei grundsätzlich lebensfeindlich. Im Hinterland herrscht meist Wüste, Steppe oder extrem karges Felsland, hin und wieder aufgelockert durch eine Oase. Aber es ist überall so extrem heiß das man selbst keine Lust mehr hat ins Wasser zu gehen, da selbst der Weg dahin so anstrengend wäre… Die direkten Orte an der Küste sind dazu noch mit einer hohen Luftfeuchtigkeit geschlagen. Trotzdem ist Bandar Abbas eine sehr wichtige Stadt für den Iran. Hier liegt der wichtigste Hafen des Landes, das Tor zur Welt für den Iran. So gut wie alles, was der Iran zu exportieren hat, wird hier verschifft, gleichzeitig kommen viele Einfuhren ebenso hier rein. Dubai ist ca. 250 Km entfernt, einfach nur auf der anderen Seite des Golfes. Das heißt auch Schmuggel von Alkohol und sonstigen verbotenen Waren aus Dubai ist hier ein guter Geschäftsbereich. In Dubai ist das Klima eher noch härter und es gibt hier außer modernen Gebäuden und Wüste nicht viel zu sehen. Die iranische Küste hat immerhin nicht nur Sand, sondern auch ein wenig Kultur zu bieten. Weshalb trotzdem Dubai für viele westliche Touristen der letzte Schrei ist kann von mir an dieser Stelle nicht nachvollzogen werden. Vor allem nachts, wenn die Temperaturen etwas erträglicher sind, brechen ganze Konvois von LKW über die Autobahn in Richtung Tehran auf um die vielen Importgüter an ihren Zielort zu bringen. Bandar Abbas als Stadt ist keine Schönheit, das öffentliche Leben beginnt hier eigentlich erst mit der Dunkelheit. Hier treffe ich Ali, einen Selfmademann des Südens. Mit ihm fahre ich in den Abendstunden ziellos durch die Stadt, auch jetzt braucht man die Klimaanlage noch immer. Wir wollen etwas Alkohol haben, so telefoniert Ali einen seiner Freunde an welcher Kontakte zu den Alkoholdealern hat. Auf diese Weise wird unsere Bestellung getätigt und uns wird eine dunkle Gasse genannt wo wir warten sollen. Dann geht alles ganz schnell. Ein Mann fährt auf einem kleinen Motorrad vor, er hat eine Plastiktüte in der Hand. Das Geld wird schnell heraus gereicht, die Tüte kommt ins Auto rein und Weg ist der Lieferant. Ali und ich erfreuen uns nun an vier Dosen Hong-Kong-Bier mit 8% Alkohol. Darunter macht es der Iraner eben nicht. Wenn er trinkt (was er nicht täglich tut wie wir), dann will er eben nicht nur ein kleines, leichtes Bier für den Feierabend, dann will er richtig zulangen, daher wird meist auch nur Wodka und Whiskey gehandelt. Tags, oder besser Nachts darauf bin ich mit weiteren Freunden von Ali wieder on Tour, jetzt soll die Nacht in einem kleinen Oasendorf verbracht werden. Diesmal wollen die Jungs Hasch, welches auf die exakt gleiche Weise besorgt wird.

Bandar Abbas liegt direkt an der Straße von Hormuz, welche die engste Stelle des Golfes und zugleich dessen Beginn darstellt. Luftlinie sind es ca. 100 Km bis zum Oman. Sämtliche Öltanker aus Saudi-Arabien, Kuwait, Irak, Bahrain und dem Iran müssen hier durch. Wer also in der Lage ist über die Durchfahrt durch die Straße von Hormuz zu bestimmen, hat die westliche Welt in der Hand. Daher unterhält der Iran hier viele Militärstützpunkte, aber auch die Amerikaner wachen mit Argusaugen über diesen Abschnitt. Seinen Namen hat diese Meerenge von einer kleinen Insel, vorgelagert vor Bandar Abbas. Hormuz war einmal eine Kolonie von Portugal. Sie hinterließen dort eine kleine Festung aus rotem Stein. Später verlagerte sich der wichtige Hafen auf das Festland und Hormuz verfiel in einen Dornröschenschlaf, aus dem es bis heute noch nicht erwacht ist. Zum Iran kam dieses Gebiet erst relativ spät, viele Bewohner des Landstrich sehen sich noch heute nicht als Iraner und sprechen weiterhin ihre alteingesessene Sprache, welche eher dem arabischen und Pakistani ähnelt.

An diesem strategisch für die Welt sehr wichtigen Ort ist die Zeit gekommen einmal ein wenig über Weltpolitik nachzudenken. In der gesamten westlichen Politik nebst gleichgeschalteter Mainstreampresse wird der Iran als das Reich des Bösen schlechthin dargestellt. Anscheinend glauben wir einem notorischen Lügner wie George W. Bush eher als Millionen von Iranern. Seit dieser W. den Iran mit Nordkorea auf der Achse des Bösen gleichsetzte scheinen wir, die hörigen Untertanen der USA, dies einfach zu schlucken. Ich selbst bin noch nicht nach Nordkorea gereist. Aber zum einen scheint die Armut und Unterdrückung dort deutlich schlimmer zu sein als im Iran als auch ein westlicher Tourist in diesem Land keinen Schritt unüberwacht tun darf und kann. Im Iran dagegen kann sich jeder Tourist völlig frei bewegen, mit jedem Iraner über jedes Thema frei sprechen. Eine Kontrolle der Touristen (von Überwachung kann gar keine Rede sein) scheitert schon allein an dem Umstand das bei Passkontrollen an Bahnhöfen die Polizeibeamten nicht in der Lage sind einen westlichen Pass zu lesen, welcher nicht auch über arabische Schriftzeichen verfügt. Es gibt im Iran arme Menschen, aber auch ein staatliches Sozialprogramm. Man sieht in den Städten des Landes daher deutlich weniger Bettler als in Mitteleuropa oder der USA. Eine starke Mittelschicht wird abgerundet durch eine kleine, aber feine Oberschicht.

Am Persischen Golf liegen sie sich direkt gegenüber, die beiden feindlichen islamischen Mächte. Da ist zum einen Saudi-Arabien, was sich als Stammland des Islam ansieht mit den heiligen Städten Mekka und Medina, welches den sunnitischen Islam repräsentiert. Und auf der anderen Seite des Golfes der Iran, welcher die schiitische Seite des Islam repräsentiert. Und beide Länder verfügen über die größten bekannten Ölvorkommen der Erde. Nur wir, die USA und ihre hörigen Vasallen, behandeln beide Länder in keiner Weise nach dem gleichen Maßstab. Wir kaufen unser Öl ausschließlich bei den Saudis und im Gegenzug kaufen diese mittels dieser Öleinnahmen bei uns Waffen. Saudi-Arabien gilt uns offiziell als ein Partner im Kampf gegen das Böse, was auch immer man darunter verstehen mag. Beim Iran dagegen kaufen wir nichts und wir sind auch noch stolz darauf ihm nichts zu verkaufen. Weil der Iran ist ja ein schlechtes Land. Dort werden die Menschen unterdrückt, der Terrorismus unterstützt, die Frauen sind entrechtet, es gibt keine Demokratie,… diese Liste kann durch die westliche Presse beliebig lang fortgesetzt werden. Nur stimmen tut davon gar nichts! Selbstverständlich ist der Iran kein perfektes Land und die Bürgerrechte könnten besser sein. Aber einmal andersherum gefragt: Welches Land auf der Welt kann denn von sich wirklich behaupten perfekt zu sein und über keinerlei Demokratiedefizite zu verfügen? Saudi-Arabien schon einmal auf gar keinen Fall. Im Iran existiert zumindest eine Art halbe Demokratie. Etwa die Hälfte der einflussreichen Ämter wird durch freie Wahlen bestimmt, an denen Frauen gleichberechtigt teilnehmen. Frauen müssen zwar ein laxes Kopftuch tragen, dürfen sich aber grundsätzlich frei in der Gesellschaft bewegen und unterliegen auch sonst keinen weiteren Einschränkungen. Saudi-Arabien ist dagegen eine komplette Monarchie, die Ministerriege besteht nur aus Mitgliedern der adeligen Familie. Und Frauen haben weder das Recht das Haus ohne die ausdrückliche Erlaubnis ihres Mannes/Vaters zu verlassen noch ein Auto zu fahren. Es mag auf den ersten Blick komisch klingen, aber für eine Frau in Saudi-Arabien wäre der Wechsel in den Iran ein Sprung in die Freiheit. Nur warum wird darüber in unserer Presse so gut wie nie ein Wort verloren, sondern es geht immer nur um den bösen Iran?

Nehmen wir ein anderes Beispiel. In der gesamten westlichen Welt wurde der sog. Arabische Frühling begrüßt. Endlich würden diese Menschen den Weg zur Demokratie finden. Tunesien, Ägypten, Libyen (Syrien erwähnen wir jetzt besser mal nicht…). Aber was ist mit Bahrain? Gut, unsere Presse verschweigt uns meistens sogar die Existenz dieses Staates. Bahrain ist ein kleiner Inselstaat im Persischen Golf, welcher nicht weit vor Saudi-Arabien liegt, mit welchem es durch eine Brücke verbunden ist. Für reiche Saudis ist dieses Königreich sehr wichtig, da hier Alkohol und Glücksspiel erlaubt ist, was im prüden Saudistaat natürlich streng verboten ist. So dürfen die scheinheiligen Saudis immer mal wieder für ein Wochenende direkt vor der eigenen Haustür die Sau raus lassen. Das Königshaus von Bahrain steht treu zu Saudi-Arabien, weil es sunnitisch geprägt ist. Die Bevölkerungsmehrheit ist dagegen sehr arm und sieht von dem vielen Geld, welches die Saudis in die Casinos tragen, nicht viel. Hinzu kommt dass das Volk mehrheitlich schiitisch ist. Und auch diese Menschen gingen im arabischen Frühling auf die Straßen für Freiheit und Demokratie, Werte, welche der Westen ja immer so hoch hält in seiner selbsternannten moralischen Führerschaft. Nur Saudi-Arabien durfte auf keinen Fall riskieren das sunnitische Königshaus von Bahrain zu verlieren und auf einmal eine schiitische Republik, welche womöglich mit dem Iran sympathisiert, vor der Haustür zu haben. Also wurden die Panzer in Marsch gesetzt und in Bahrain einmarschiert. So wurde der Aufstand beendet. Hierzu gab es kein einziges kritisches Wort vom Westen! Ich sage aber entweder man ist für den arabischen Frühling oder dagegen. Hier wurde aber Position bezogen je nach Land, wie es Geostrategisch eben gerade besser passt. Und diesem Land, welches gewaltsam in seine Nachbarländer einmarschiert und sich gegen Freiheit der Völker stellt, wollte unsere liebe Kanzlerin am liebsten noch viele Kampfpanzer verkaufen. Das der Iran im Gegensatz schon seit Jahrhunderten keinen seiner Nachbarstaaten mehr angegriffen hat, wann findet das schon Erwähnung? In Saudi-Arabien verstarb erst kürzlich eine junge Studentin, welche im Frauenwohnheim schwer verunglückte, aber nicht streng islamisch gekleidet war. Da die Rettungssanitäter Männer waren wurden sie vom Wachdienst nicht vorgelassen und die junge Frau musste sterben. Wäre dies im Iran passiert, jeder kann sich denken was dies für Folgen gehabt hätte. Selbstverständnis passieren auch im Iran Dinge, welche nicht in Ordnung sind. Entsprechende Berichte in westlichen Medien sind durchaus zutreffend. Nur wenn man die Mißstände in Land A kritisiert muss man gleichwertige Vorgänge in Land B eben genauso auf den Tisch bringen, ansonsten agiert man wenig glaubwürdig. Oder, noch besser, bevor man andere kritisiert bringt man erst einmal die Mißstände im eigenen Land in Ordnung. Das hat den Menschen schon immer am meisten geholfen. Nicht dumm rumreden, sondern das eigene Haus sauber halten. Interessierte können bei Youtube ein Interview von Ken Jebsen mit Karsten Voigt finden, dem auch Jürgen Elsässer assistierte. Voigt ist ein Politiker der SPD, welcher komplett der transatlantischen Schiene verfallen ist. Er war Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der NATO, er ist Mitglied im Beirat der Atlantischen Initiative und er war von 1999 bis 2010 Koordinator der Bundesregierung für die Deutsch-Amerikanische Zusammenarbeit. Solche Positionen hat man nur Inne wenn man kritiklos das Umsetzt was Washington vorgibt. Somit ist für Voigt der Iran schlecht und böse. Und in jenem besagten Interview, welches seitens Jebsen sehr gut geführt wurde, fing Voigt wie für deutsche Politiker üblich mal wieder an über die Gefahren und Risiken für den Weltfrieden durch den Iran zu reden. Und dann sprach er die vermeintliche Drohung der Vernichtung Israels durch Ahmadinedschad an. Jürgen Elsässer wies Voigt dann richtigerweise darauf hin das es eine solche Aussage nie gegeben hat und diverse Pressemeldungen auf einem zufälligen oder gewollten Übersetzungsfehler basieren. Voigt interessierte das aber gar nicht, er erwiderte lediglich „Ja, aber trotzdem ist der Iran gefährlich und bedroht die Sicherheit Israels“. Da fällt der Hauptbeweis in sich zusammen, aber die eigenen Meinung wird für nicht eine einzige Sekunde in Frage gestellt. Was nach amerikanischem Weltbild nicht sein darf kann nicht sein oder wenn die Welt nicht so ist wie ich sie will dann mach ich sie mir eben so. Nur kann eine solche Ignoranz Basis für eine erfolgversprechende Friedenspolitik sein?

Im Grunde liegt das Problem bei den USA selbst. Seit 60 Jahren betreiben diese eine völlig daneben gegangene Iranpolitik und weil man sich seine eigenen Fehler eben nur ungern eingestehen kann reagiert man aggressiv. Der Iran war Anfang der 50 Jahre ein demokratisch, eher westlich geprägter Staat. Der damalige Premier wollte aber die Ölkonzerne verstaatlichen und somit BP, Shell und Co. einen Teil ihrer Gewinne nehmen. Das roch damals, im kalten Krieg, natürlich ganz verdächtig nach Kommunismus, folglich musste ein Regimechange her und der Sohn des letzten Shahs wurde durch einen Militärputsch der CIA an die Macht gebracht. Dieser war zwar ein extrem guter Partner des Westens, hatte mit Demokratie oder gar Menschenrechten relativ wenig am Hut. Die Geheimpolizei (Partner der CIA) war gefürchtet und die Gefängnisse waren voll. Irgendwann war es dem Volk zu viel und es ging auf die Straße. Daraus entstand die islamische Revolution, seither ist der Iran eine islamische Republik und die USA mussten auch noch die Demütigung der Botschaftsbesetzung über sich ergehen lassen. Da musste schnell eine Lösung her und man meinte diese auch gefunden zu haben. Denn das direkte Nachbarland wurde von einem sehr sympathischen Diktator geführt. Der Irak und Saddam Hussein. Dieser wurde von der USA mit Geld und Waffen ausgestattet und bekam den Auftrag in den Iran einzumarschieren, die alten Verhältnisse wieder herzustellen und zum Dank hat man ihm versprochen eine Verschiebung der Grenzen zu seinen Gunsten zu akzeptieren, welche die Ölfelder des Irans dem Irak einverleibt hätten. Wer hätte zu einem solch unwiderstehlichen Angebot Nein sagen können? So schlugen die Raketen in Tehran ein und die Panzer wurden in Marsch gesetzt. Acht schlimme Jahre schrecklichen Krieges mit vielen sinnlosen Toten. Der Westen lieferte Saddam auch Giftgas, das dieser einsetzte. Das war damals OK, die USA hatten ja ihren Segen dazu gegeben bzw. diesen Einsatz angeordnet. Dann ist Giftgas selbstverständlich in Ordnung. Assad in Syrien dagegen, wenn der heute Giftgas einsetzt, dann überschreitet er selbstverständlich eine rote Linie und sofort ist der Weltfrieden in Gefahr. Um das klarzustellen: Ich bin gegen Giftgas. Aber entweder es darf niemand ungestraft einsetzen oder eben jeder. Ansonsten funktioniert die westliche Moral nicht. Und genau dieses Problem haben die USA. Der Iran hielt in diesem Krieg aber mit allem stand gegen den hochgerüsteten Feind. Am Ende gelang es den Iranern den südlichen Irak zu besetzen. Und erst in diesem Moment schrie die westliche Welt nach einer Friedenskonferenz. Als viele Jahre zuvor die irakischen Streitkräfte in den Iran einmarschierten war dies egal. Der Iran stimmte einem Frieden mit Rückkehr zu den alten Grenzen sofort zu, Saddam lies seine Panzer zurück ziehen und marschierte eben bald darauf in Kuwait ein. Auf einmal war er über Nacht ein ganz böser Diktator geworden. Nur Saddam verstand die Welt nicht mehr. Man hatte ihm doch jahrelang gesagt er solle in sein Nachbarland einmarschieren und sich dessen Ölquellen einverleiben. Und genau das tat er doch auch mit seinem Einmarsch nach Kuwait. Wieso war dies jetzt auf einmal falsch? Am Beispiel der USA lässt sich mal wieder sehen das nichts schwieriger ist als die Aufgabe einer unhaltbar gewordenen Position. Durch diesen von der USA initiierten Krieg verhalfen die Amerikaner der islamischen Revolution erst zu ihrem Erfolg. Denn Anfangs war diese Revolution gar nicht „islamisch“. Denn nachdem der Schah weg ging war das Land zuerst einmal eine Land ohne Regierung und Richtung. An der Revolution haben sich viele Bevölkerungsgruppen beteiligt. Und als diese einen Prozess starten wollten sich über den neuen Staat abzustimmen kam der Angriff aus dem Irak. Und da mussten alle an die Waffen. Zeit zum Diskutieren blieb da nicht. Und schon ein Jahr nach dem Kriegsende verstarb Khomeni. Somit entstand das aktuelle Regime vor allem im Krieg und nach Khomeni.

 

Osama bin Laden und die meisten seiner Attentäter sind oder waren Staatsbürger Saudi-Arabiens. Al-Kaida ist ein Produkt der CIA, welche in den 80er Jahren arabische, strenge Moslems nach Afghanistan brachten um dort mit heimlich gelieferten Waffen den Einmarsch der Russen zu stoppen. Nachdem dies erfolgreich war überließ man diese Menschen sich selbst. Interessant ist das im Westen bislang niemand öffentlich die Frage stellte in welcher Weise Saudi-Arabien in die vielen Attentate und Terrororganisationen involviert ist. Dafür marschierte man im Irak ein. Saddam Hussein war zwar bestimmt kein guter Mensch, aber mit islamischem Fanatismus hatte er nichts am Hut. Im Augenblick führt Frankreich in Mali einen Kampf gegen islamische Extremisten, welche große Teile des Landes unter ihre Kontrolle brachten. Offiziell geht es dabei um eine Befriedungsaktion. Das aber Frankreich aus diesem Teil der Welt viel Uran für seine über 70 Atomkraftwerke bezieht, wird selten erwähnt. In Mali versucht der Westen einen Damm gegen die Flut zu errichten. Wer das Problem aber dauerhaft lösen will muss die Quelle austrocknen – und diese liegt in Saudi-Arabien! Würden wir kein Öl mehr von diesem Land kaufen und auch keine Waffen mehr dorthin verkaufen würde die Finanzquelle des Terrorismus austrocknen. Wir müssten dann aber im Gegenzug Öl vom Iran kaufen, da wir nicht auf beide Ölbestände verzichten könnten. Der Iran wäre hierzu bereit, aber auch der Westen? Ich dachte zunächst man wäre im Westen so dumm diese kausalen Zusammenhänge nicht zu verstehen. Aber es passiert in diesem schlechten Spiel nichts durch Zufall! Es ist vielmehr so das die politische Philosophie der USA nur funktioniert wenn es einen oder mehrere Feinde gibt. Andernfalls würden die Bürger der USA es nicht akzeptieren soviel Geld in das Militär und die Geheimdienste zu investieren und ohne 911 hätten sie niemals der systematischen Abschaffung der Bürgerrechte zugunsten eines NSA-Überwachungsstaates zugestimmt. So ist es möglich das die Geheimdienste zu einer Gedankenpolizei mutieren. Sie wollen von jedem Menschen in der Lage sein zu wissen was er denkt, um ihn so zu lenken wie man es braucht und gleichzeitig uns passende Werbung zu liefern. Lange Zeit war die Welt für die USA in Ordnung, 45 Jahre lang. Dann, 1990, standen sie auf einmal ohne einen Feind da. Elf Jahre später wurde dieses Problem mit 911 gelöst. Seitdem ist die Welt wieder in Ordnung. Al-Kaida und die CIA sind zwei Seiten einer Medaille. Genauso wie unser e Landes- und Bundesverfassungsschützer und die NSU. Das eine würde niemals ohne das andere existieren. Wer den weltweiten Terrorismus beenden will muss einfach sämtliche Geheimdienste abschaffen. Daher ist nun die große Frage bei den Atomverhandlungen mit dem Iran ob die Hardliner in der USA der Meinung sind ob sie auf den Iran als Feind verzichten können. Durch ein ganz anderes, leider ebenso wenig positivem Ereignis sind diese Chancen gestiegen. Denn seit der Krise in der Ukraine ist Russland wieder Feind Nummer eins, die Welt also wieder in Ordnung. Sollte nun ein erneuter kalter Krieg gegen Russland angestrebt werden so sind die Chancen einer Einigung mit dem Iran sehr hoch. Denn andernfalls werden diese beiden Staaten, deren Einflußphären direkt aneinander Grenzen und welche beide unter einem Wirtschaftsembargo des Westens liegen, eng miteinander zusammen arbeiten. Und Russland bekäme womöglich einen strategisch wichtigen Zugang zum Persischen Golf, was für die USA ein Alptraum wäre. Die USA fahren aber gegen Russland eine Strategie der Einkesselung und Eindämmung. Darin spielt der Iran an der „Südfront“ eine wichtige Rolle. Somit wird man alles daran setzen im Falle einer weiteren Konfrontation mit Russland den Iran für das westliche Lager zu gewinnen. Nur für den Iran wird es eine entweder-oder-Wahl geben. Entweder Frieden mit dem Westen und bedingungslose Gefolgschaft gegen Anerkennung der Islamischen Republik oder weitere Ächtung und einseitige Partnerschaft mit Russland. Freiheit sieht anders aus. Aber auch die Frage ob es mit Russland nun einen neuen Kalten Krieg geben soll oder nicht wird allein in Washington getroffen. Putin kann lediglich reagieren, wie er es mit seinem Einmarsch auf der Krim ebenso tat. Eine Reaktion folgt aber einer Aktion – und diese ging vom US-Geheimdienst aus!

Nach zwei Tagen in und um der Stadt Bandar Abbas fahre ich auf die vorgelagerte Insel Qeshm, die größte iranische Insel. Dort erwartet mich Ehsan, der Mann welcher nach Glück strebt. Finanzielle Probleme kennt er und seine Familie nicht, aber er musste feststellen das selbst wenn das derzeitige Leben keine materiellen Probleme kennt man als Mensch eben nicht jeden Tag im Glücksrausch sein kann. Auch solche Menschen haben ihre Phasen des Unwohlseins. Und das muss man erst einmal akzeptieren können. Kann man das nicht so droht die Depression. Da kann noch soviel Geld nicht helfen. So ist er froh mir für einen Tag seine Insel zu zeigen. Qeshm wurde zu einer Freihandelszone erklärt, Steuern auf Investitionen gibt es nicht und die Mehrwertsteuer ist ganz besonders niedrig. Somit ein interessanter Ort für iranische Touristen shoppen zu gehen. Der Hauptort quillt daher über vor Shoppingmalls. Abseits der modänen Hauptstadt bestehen die Orte aus kleinen, traditionellen Bauten, denen man den nicht vorhandenen Reichtum seiner Bewohner auch ansieht. Im Gegensatz zu Dubai bietet Qeshm aber kulturelle Abwechslung. Es gibt alte Felsenhöhlen, von frühen Bewohnern der Insel angelegt, vermutlich als Kultstätte, man kann Delphine beobachten, die Landschaft besteht nicht nur aus Wüste und es gibt riesige Mangrovesümpfe wie in Florida. Am Strandpark von Qeshm haben auch Annelie und Ali ihre Strandbar aufgebaut, dem Prinzip deutscher Wertarbeit folgend. Annelie ist Deutsche und Ali zwar Iraner, er lebte aber sehr lange in Deutschland. Derzeit haben sie auch noch einen „Gastarbeiter“ aus Österreich und da Ehsan der deutschen Sprache ebenso mächtig ist standen da auf einmal fünf Leute in einer deutschsprachigen Unterhaltung. Eine seltsame Erfahrung nach so langer Zeit im Ausland. Ich bin aber froh für Ehsan, da dieser nun weitere, gleichgesinnte Leute direkt vor seiner Haustür kennen lernte und kann daher nach zwei Tagen entspannt meiner weitere Reise antreten.

 

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