Meteora, die „fliegenden“ Klöster, Nordgriechenland, 23.06-26-06-2014

die Basaltfelsen ueber Kalambaka Der Zug naehert sich den Bergen Brunnen vor Bahnhof Trikala Bahnhof Trikala von vorne Bahnhof Trikala Bahnhof Thessaloniki abfahrbereit nach Kalambaka Bahnhofspark Trikala Bahnhof Kalambaka Autobahn nach Igoumenitsa Aufstieg zum verlassenen Kloster atemberaubende Kulissen altes und verlassenes Hoehlenkloster Einschiffung nach Bella Italia Gebetshoehle bei verlassenem Kloster in der Bucht von Igoumenitsa Kloster auf Felsvorsprung Klosterkirche von innen Klosterkirche nicht zugaengliches Kloster noch sieht man das Meer nach Thessaloniki verlassener Klosterort auf dem Berg verlassener Klosterort unwirkliche Landschaften unwegsames Meteora Parkzug Bahnhof Trikala vom alten Kloster ins Tal Warten auf die Faehre Igoumenitsa Weitblick wie die Faust Gottes

Thessaloniki anstatt Athen, eine auch weil ich auf meiner ersten Reise nach Griechenland mit der Fähre von Brindisi bis Patras fuhr, ich dabei aber feststellte das es einen Zwischenhalt im hohen Norden von Griechenland gibt, Igoumenitsa, was deutlich besser liegt sollte man Thessaloniki zum Ziel haben oder gar weiter nach Istanbul fahren zu wollen. Patras wird per Bahn direkt bedient, Igoumenitsa nicht. So suchte ich auf der Karte, welche der noch bedienten griechischen Bahnstrecken am nächsten an Igoumenitsa heran reichen. Ich wurde fündig mit dem Bahnhof Kalambaka. Und dieser liegt ein klein wenig näher an Thessaloniki als an Athen, außerdem ist Thessaloniki DAS Zentrum der griechischen Eisenbahnen, Athen führt eher ein Randdasein. So ich meine Durchreise durch Kalambaka auf dem Weg nach Igoumenitsa mehr aus Zufall und mußte dann erstaunt feststellen das sich gerade hier, im Hinterhof des ganzen Landes, noch eine große Sehenswürdigkeit versteckt. So wurde mein Aufenthalt ein wenig länger…

Die Bahnstrecke nach Kalambaka zweigt nahe der Mitte von der Hauptstrecke Athen-Thessaloniki ab, es verkehren täglich etwa fünf Zugpaare, je eines davon wird zum einen nach Athen, ein anderes nach Thessaloniki durchgebunden. Verkehren normalerweise nur Triebzüge, so ist der durchgehende Zug nach Athen sogar Lokbespannt. Ich konnte meine Anreise passend auf den durchgehenden Zug von Thessaloniki legen. Und gleich beim Eintreffen in Kalambaka fallen einem die riesigen Basalttafelberge über dem Ort auf. Vor vielen Jahrhunderten, als das Land von den Türken beherrscht wurde, zogen sich orthodoxe geistliche in diese einsame Bergwelt zurück und gründete viele kleine, schwer zugängliche Klöster. Teilweise in Höhlen versteckt, aber nicht selten auf den Spitzen der Felsnadeln, nur über steile und lange Treppen zu erreichen oder gar nur durch einen Seilzug. Viele dieser Klöster sind nur winzig klein und haben nur Platz für wenige Mönche. Aber sie waren das Rückzugsgebiet der griechischen Kultur, hier konnte bewahrt werden was draußen in den Städten, unter Fremdherrschaft, riskiert hätte, verloren zu gehen. Von hier aus konnte die orthodoxe Kirche nach der Neuschaffung des Staates Griechenland wieder Ausschwärmen, vielleicht gäbe es ohne diese Klöster heute gar kein Griechenland mehr. Auch einer der früheren James-Bond-Filme, noch mit Roger Moore, wurde hier gedreht. In einem dieser Filme zieht sich der Bösewicht, damals wohl noch Blofeld, in eines dieser Klöster zurück.

Nicht wenige Klöster sind heute noch aktiv, aber einige bereits vor langer Zeit schon wieder aufgegeben worden, total verfallen und kaum mehr zugänglich. So gut wie jede Bergspitze gilt als heiliger Ort, weil dort eben irgendwann einmal sich Klöster befanden. Ich kraxelte auf einen verlassenen Bergrücken. Ein sich dort einmal befindliches Kloster läßt sich nur noch schwer erahnen, aber es sind viele Ikonen aufgehängt, in einer kleinen Höhle ist ein noch genutzter Gebetsraum eingerichtet. Diese Orte sind für Touristen kaum auffindbar, wohl kommen nur immer wieder noch Einheimische zum beten her. Wenn man da oben, ganz allein, auf so einer Felsspitze sitzt, mit einem weitem Blick über die Welt, kann man sehr gut zur Ruhe mit sich selbst kommen und seine Gedanken klarer ordnen. In den noch existierenden Klöstern ist dies nicht möglich, um diese herum findet ein großes Kommen und Gehen statt, man ist kaum einmal einen Moment allein. Trotzdem sind diese Klöster sehenswert, ihre kleinen Kirchen voll von wundervollen Gemälden, welche denen der östlichen Kirchen der Armenier, Georgier und Assyrer gleichen. Griechenland und Persien, zwei weit voneinander entfernt liegenden Kulturen, welche doch eng miteinander verwandt sind und sich, immer zum gegenseitigen Nutzen, oft gegenseitig beeinflußten.

Es ist sehr heiß in diesen Tagen um Meteora herum. Wer so die Berge und Klöster erwandert, der muß viel Schweiß lassen. Erfrischungsmöglichkeiten gibt es nur sehr wenige, auch Schatten ist selten. Aber die Ausblicke belohnen. Die Abende verbringe ich im nahen Trikala, einer kleinen Stadt mit vielen jungen Leuten, welche auf ihre berufliche Chance warten, eine Chance, welche wohl nie kommen wird. Aber wo sollten sie sonst hingehen? Nirgendwo im Land ist es besser und wer nach Deutschland will erreicht das Land zunächst in Bayern. Dort aber heißt die CSU diese Menschen alles andere als Willkommen. Nun ja, immerhin sind es ja noch so eine Art Christen und zumindest keine Moslems, wäre ja noch schöner. Trotzdem sagt der derzeitige Generalsekretär dieser Partei mit der tollen Willkommenskultur „Wer betrügt der fliegt“ und muß zeitgleich einräumen selbst mit seinem Doktortitel betrogen zu haben. Aber geflogen ist er ja auch – sogar Business, auf Kosten des Steuerzahlers! Da kann man diesem armen Mann nun wirklich nicht vorwerfen er würde seine eigenen Worte nicht selbst ernst nehmen. Und wie sollen sich die restlichen Griechen die bald eingeführte Ausländermaut leisten? Offiziell heißt es ja „Infrastrukturabgabe“. Aber diesem Wort würde dieses Konstrukt nur gerecht wenn eben jeder, welcher Infrastruktur nutzt, diese Gebühr zahlen müßte. Aber die CSU will ja nur die Ausländer, also auch die Griechen, gleich in Freilassung oder Kiefersfelden, abkassieren. Also eine Maut auf Ausländer. Nach Meinung der CSU müssen diese Menschen eben dankbar genug sein das wir sie überhaupt noch reinlassen, da wird man ja die „Dankbarkeit“ für ein solches Eintrittsgeld wenigstens noch aufbringen können. Wo kämen mir den sonst hin, was erlauben sich diese Griechen eigentlich alles, erst in unser Land kommen und dann niax zohlen wolln.

Ich reise weiter per Bus, nach Ioanina, steige dort um auf eine andere Linie und erreiche die Bucht von Igoumenitsa über eine neue, gut ausgebaute Autobahn und ich mußte für deren Nutzung keine gesonderte „Ausländerabgabe“ zahlen. Die Bucht mit der kleinen Stadt Igoumenitsa liegt ganz hoch oben im Norden Griechenlands, an der adriatischen Küste. Nur einen Steinwurf weiter nördlich und ich wäre in Albanien, direkt vor der Küste liegt die Insel Korfu, deren Vergangenheit eng mit der venezianischen Seerepublik verbunden ist. Spät in der Nacht kommt die Fähre aus Patras und meine Reise geht weiter, übers Meer, nach Puglia.

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