Viele Wege führen nach Rom, 30.06. – 01.07.2014

BF Soverato von vorneBF Soverato der letzte verbliebene FernzugSoverato IC mit zwei Wagen AusfahrtBF Soverato Kreuzzung mit RegionalzugZugfenster auf die ionische KuesteCrotone Blick aus dem ZugZugfenster auf Golf von TarantoZugfenster zum GolfZugfenster Burg am Meerkurzer IC auf der ionischen Kuestenbahnionische Kuestenbahn hier im elektrischen AbschnittMetaponto ZwischenhaltBF Taranto Centrale, eingefahrener IC aus ReggioPescara StadtstrandBF Pescara Centrale Einfahrt Regionale per Romaschoene Doefer werden durchfahrenaus Zug auf die Abruzzen Auf den Bergen liegt noch SchneeBF Celano BF Sulmona BF Sulmona altes Wagenmaterial BF TagliacozzoLandschaft Abruzzenbahn Zugfenster 15 Landschaft Abruzzenbahn Zugfenster 14 Landschaft Abruzzenbahn Zugfenster 13 Landschaft Abruzzenbahn Zugfenster 12 Landschaft Abruzzenbahn Zugfenster 11 Landschaft Abruzzenbahn Zugfenster 10 Landschaft Abruzzenbahn Zugfenster 9 Landschaft Abruzzenbahn Zugfenster 8 Landschaft Abruzzenbahn Zugfenster 6 Landschaft Abruzzenbahn Zugfenster 7 Landschaft Abruzzenbahn Zugfenster 5 Landschaft Abruzzenbahn Zugfenster 4 Landschaft Abruzzenbahn Zugfenster 3 Landschaft Abruzzenbahn Zugfenster 2 Landschaft Abruzzenbahn Zugfenster 1 Landschaft Abruzzenbahn Wolkenbilder 5 Landschaft Abruzzenbahn Wolkenbilder 4 Landschaft Abruzzenbahn Wolkenbilder 3 Landschaft Abruzzenbahn Wolkenbilder 2 Landschaft Abruzzenbahn Wolkenbilder 1Landschaft Abruzzenbahn Wolkenbilder 6 Abruzzenbahn passiert eindrucksvolle Stadtbilder BF Tivoli BF Prezza Ausfahrt aus Tivoli Die Ebene von Roma kommt naeher, bald ist das Ziel erreicht

Kalabrien ist ein schmales Land, zwischen der tyrrhenischen und der ionischen Küste verläuft ein Gebirgszug, welcher bis fast auf 2.000 Höhenmeter hinauf reicht. Eisenbahntechnisch verläuft an der nordwestlichen, tyrrhrenischen Küste, die Hauptstrecke. Diese ist doppelspurig und elektrifiziert, über diese Strecke fährt der Fernverkehr sowohl zur südlichsten Festlandstadt Reggio di Calabria als auch der durchgehende Zugverkehr nach Sizilien, welcher ab Villa San Giovanni verschifft wird. Die ionische Küstenbahn dagegen führt ein Schattendasein. Sie ist eine der noch sehr wenigen Strecken der FS, welche nicht elektrifiziert ist, zusätzlich ist sie eingleisig. In Italien ist der Anteil der elektrischen Bahnstrecken im Verhältnis zum Gesamtnetz um einiges höher als in Deutschland. Wer also Diesel in Italien erleben will, muß suchen.

Soverato liegt an der südöstlichen Küstenbahn, der ionischen. Früher gab es auch hier mehrere IC-Züge, welche teilweise von Bari bis Reggio liefen, zusätzlich viel Regionalverkehr ab Taranto, Sibari oder Catanzaro Lido bis Reggio. Heute verkehren noch Regionalzüge, aber nur noch zwischen Reggio und Catanzaro Lido. Und dann noch ein IC-Zugpaar zwischen Reggio und Taranto, welches so gelegt ist das in Taranto Anschluß zum und vom Nacht-IC Lecce-Milano Centrale besteht. Dieses Zugpaar ist das letzte, welches noch traditionell mit einer Lok bespannt wird. Aber der Zug besteht aus nur zwei Wagen und es daher ziemlich viel Aufwand für diesen Zug betrieben. Mit diesem Zug verlasse ich Soverato in Richtung Taranto. Die Strecke verläuft weitgehend nahe der Küste, sehr oft werden dem Reisenden Ausblicke auf die schönsten Strände geboten. Wir passieren Crotone am Standort des alten Kroton. Etwa 30 Minuten später wird der Bahnknotenpunkt Sibari erreicht, welcher an das sagenumwobene Sybaris erinnert. An zwei Stellen sind die beiden Küstenbahnen Kalabriens miteinander verbunden, einmal von Catanzaro Lido über Catanzaro bis Lamezzia Terme und ein weiteres Mal ab Paola über Cosenza (Fahrtrichtungswechsel) bis Sibari. Hiervon ist die letztgenannte Strecke auch elektrifiziert und für den restlichen Küstenabschnitt von Sibari bis Taranto ist auch dieser für elektrischen Betrieb freigegeben. Trotzdem wird an unserem Zug kein Lokwechsel vorgenommen, es geht weiter mit Diesel und Fahrdraht. Gegen Ende der Fahrt vereinigt sich unsere Strecke mit der Querbahn durch die Basilikata, welche südlich von Neapel und Salerno abzweigt, über Potenza führt und sich in Metaponto mit der Küstenbahn vereinigt.

Der Golf von Taranto ist riesengroß. Eigentlich konnte ich noch nie an seinen Ufern die andere Seite sehen oder erahnen, er wirkt wie weites, offenes Meer. An diesem Abend aber werden die Sichtverhältnisse plötzlich sehr gut und es ist möglich, das andere Ende des Golfes bei Crotone schemenhaft wahrzunehmen. Die Zugfahrt von dort bis hier hat immerhin drei Stunden gebraucht. Mein Etappenziel heißt Rom. Von Soverato nach Rom per Bahn führt der übliche Weg eigentlich nicht über Taranto. Aber ich möchte noch unbedingt einmal die Gelegenheit haben die Abruzzenbahn von Pescara nach Rom zu befahren. Da heißt es also erst einmal an die Adria zu fahren. Bald nach dem Eintreffen in Taranto fährt der ICN von Lecce ein, welcher am nächsten Morgen Milano erreichen soll. Dieser Zug fährt als einziger noch die gesamte adriatische Küste ab. Mit diesem gleite ich in die Nacht und kurz nach ein Uhr morgens wird Pescara Centrale mit seinem modernen Bahnhofsbau erreicht. Nun heißt es für mich einige Stunden ausspannen und schon kurz nach sechs Uhr morgens würde der erste Zug über die Berge bis Roma fahren. Aber bereits eine Stunde später der nächste, für welchen ich mich dann entscheide. Auf diese Weise muß zwischen Soverato und Roma sogar nur zweimal umgestiegen werden, was rekordverdächtig ist.

Auf der Abruzzenbahn verkehren nur Regionalzüge, die Strecke windet sich durch die Berge und hat gegen die Autobahn keine Chance. Der Fernverkehr wird hier schon lange mit Fernbussen über die Autobahn abgewickelt. Ich kann daher auch kaum andere Fahrgäste beobachten, welche wirklich von Pescara bis Roma durchfahren wollen. Der Zug ist sowohl anfangs als auch gegen Ende gut besetzt, im Mittelstück eher dürftig. Die Fahrpreise für unsere Verhältnisse spottbillig ca. 12 Euro für die gesamte Strecke. Und diese Strecke lohnt sich. Viele schöne Städtchen und Dörfer, viele kleine Landbahnhöfe und unglaublich viele Täler, Brücken und Tunnel. An diesem Morgen konnte sich das Wetter zusätzlich nicht entscheiden ob es nun gut oder eher etwas wolkig sein wollte. Das hat mir die tollsten Wolkenformationen über den Bergen geboten. Die Fahrt endet gegen 11 Uhr am Bahnhof Tiburtina, der Hauptbahnhof wird von dieser Strecke aus nicht mehr angefahren. Auch dies vielleicht ein Grund für den wenigen Durchgangsverkehr, da hierdurch Umsteigen zu weiteren Fernzügen umständlicher ist. Und paradoxerweise verkehren die Fernbusse alle ab dem Vorplatz von Tiburtina, man kommt also an exakt der gleichen Stelle an und der Zug bietet nicht einmal mehr den Vorteil mit Termini etwas besser in das Zentrum der Stadt anzubinden. Vor Jahren noch war Tiburtina zwar bereits ein wichtiger Bahnhof, aber eben ein Vorortbahnhof. Es gab ein schönes Empfangsgebäude zwischen Vorplatz und Gleisfeld. Dieses Gebäude sucht man heute vergeblich. Dafür wurde, wie aus einer anderen Galaxie stammend, ein häßlicher Brückenbau quer über das ganze Gleisfeld erstellt. Aber die Ladenflächen darin lassen sich deutlich schlechter vermieten als dies die FS geplant hatten. Schnell verlasse ich den Bahnhof Richtung Metro um nicht mehr zurück zu kehren. In dieser Stadt gibt es wirklich schönere Ecken, welche auf mich warten.

Ausfahrt aus Soverato mit Blick auf die Bucht:

Halt des Abruzzenzuges in Avezzano:

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