Vatikan, das Reich des Bösen?

Kirche Santa Sabina Santa Sabina auf dem Aventino Santa Sabina erstes Jesusbildnis am KreuzMalteserordenstaat EingangstorBlick auf die Vatikanbank vatikanischer Zeitschriftenstand Touristen und Gardisten an der Porta Santa Anna Schweizer Gardist Porta Santa Anna und die Strasse im Vatikan Porta Santa Anna Portal Porta Santa Anna Petersplatz mit Warteschlange Peterskirche im Saeulengang um den Petersplatz hier fuehrt kein Weg weiter ohne Kontrolle Gebaeude der Schweizer Garde Engelsburg eng mit dem Vatikan verbunden die Warteschlange und kein Ende die vatikanische Polizei prueft 50 Meter weiter gleich noch einmal die vatikanische Polizei kontrolliert an jeder Ecke das Portal und rechts die Eingangskontrolle das Postamtdeutsche Kirche im Vatikan Zeitungsauslage deutsche Kirche im Vatikan Zeitschriftenstaender deutsche Kirche im Vatikan 2 deutsche Kirche im Vatikan 1 deutsche Enklave im Vatikan Grabsteine 1 deutsche Enklave im Vatikan Grabstein 5 deutsche Enklave im Vatikan Grabstein 4 deutsche Enklave im Vatikan Grabstein 3 deutsche Enklave im Vatikan Grabstein 2 deutsche Enklave im Vatikan Friedhof 3 deutsche Enklave im Vatikan Friedhof 2 deutsche Enklave im Vatikan Friedhof deutsche Enklave im Vatikan Ensemble deutsche Enklave im Vatikan EingangLateranpalast und Laterankirche von vorne Lateranpalast Laterankirche 3 Laterankirche 2 Laterankirche 1 Du kannst an Gott glauben oder nicht, an ein Leben nach dem Tod oder nicht, an die unbefleckte Empfängnis oder nicht, aber an eines solltest du glauben: an die Kirche, an ihren Willen zur Macht, an ihre schier unbegrenzten finanziellen Möglichkeiten! Wer mich kennt wird sich wundern diese Worte aus meiner Feder zu lesen. Aber vielleicht geben diese gar nicht wirklich meine Überzeugung wieder, aber das ist die Meinung der Kirche über sich selbst. Und wenn ich hier von Kirche schreibe so meine ich damit die sog. „heilige“ katholische Kirche. Das „Heilig“ wurde bewußt in Anführungszeichen gesetzt, denn sie ist weit mehr katholisch als heilig. Diese Institution gibt es, ohne Unterbrechung und ohne „Umfirmierung“, seit knapp 2000 Jahren. Diese lange Zeit wurde weniger genutzt das Wesen Gott, sein Wille, seine Art zu wirken zu erforschen als vielmehr die Wege zur Macht, zur absoluten Macht, zu professionalisieren und dabei auch zu pervertieren.

Wie haben die das gemacht? In Rom kann man sich auf die Suche nach Antworten machen. Aber fangen wir damit nicht im Vatikan an, sondern auf dem Aventinohügel. Dieser Hügel ist der zweite Hügel, über welchen sich die noch junge Stadt Rom in der frühen Antike begann auszubreiten. Zuerst war er der Wohnsitz der Unterschicht, dann wurde diese vertrieben und er wurde Wohnsitz der Oberschicht. Die klugen dieser Familien schwommen auf der Welle der Macht über viele Jahrhunderte mit und als Rom im Jahre 312 christlich wurde, paßten sie sich den neuen Verhältnissen an und gaben sich fortan als gute und vorbildliche Christen. Sie hatten eben früh verstanden das ab jetzt die Macht über Rom derjenige in den Händen hält wer Bischof von Rom und zugleich Papst ist. So entstanden auf vielen herrschaftlichen Wohnsitzen Kirchen, Klöster und religiöse Stiftungen, um den Ruhm und den Einfluß auf die Kirche zu steigern. Eine der ältesten Kirchen dieser Stadt, welche von Anfang an als christliche Kirche gebaut wurde und keine Umwidmung eines alten Tempels ist, ist die Kirche der Dominikaner, Santa Sabina, auf dem Aventino. Bei den Dominikanern handelt es sich auch viel weniger um einen dienenden und fürsorglichen Orden, sondern er ist/war viel eher so eine Art Gestapo der Kirche. Der Name kommt von „domini canis“, den Hunden des Herrn. Die Dominikaner waren die Speerspitze der Inquisition und die meisten erbarmungslosen Inquisitoren, welche zunächst Angst und Schrecken über das gesamte mittelalterliche Europa brachten und dann auch noch die erbarmungslose und blutige Unterwerfung Amerikas durchsetzten, kamen aus den Reihen dieses Ordens. Im Grunde ist der aktuell in ständiger Diskussion befindliche Islamische Staat, IS oder ISIS, nicht anderes als die Fratze der Dominikaner. Wie damals friedliche Menschen vor die Gerichte der Inquisition gezogen wurden und auf die Scheiterhäufen verurteilt wurden, das gleicht den durch die IS durchgeführten Exekutionen. Wobei, wenn ich die Wahl hätte zwischen einer Köpfung oder dem Scheiterhaufen, bin ich der Meinung das die Köpfung dagegen noch glatt human und menschenfreundlich ist. IS steht in der Humanitätsskala vor CS, islamischer Staat vor christlicher Staat.

Aber war dies die Botschaft von Jesus? Über Gottes Botschaft brauchen wir gar nicht erst zu reden, denn ihn hat bislang noch keiner direkt reden hören und alle Aussagen diverser Propheten, sie würden das Wort Gottes kennen, kamen nur von Menschen aus Fleisch und Blut. Jesus scheint ein netter Typ gewesen zu sein, er wollte niemandem etwas schlechtes, er rief zu Demut und einem ansonsten fröhlichen Leben auf. Das junge Christentum stellte auch das Leben Jesu, die Kraft, die Freude in den Vordergrund. Aber dann setzte gegen Ende der Antike und zum Zeitpunkt des Beginn des Mittelalters eine Veränderung ein. Auf einmal stand nicht mehr das Leben Jesu im Vordergrund, sondern sein Sterben. Und daran hat sich bis heute nichts verändert. Und diese Entwicklung nahm ihren Anfang mit dem Bau der Dominikanerkirche auf dem Aventino. Diese hat ein großes Holzportal, in welches viele Bilder eingearbeitet wurden. Und eines dieser Bilder zeigt Jesus am Kreuz. Dies ist vermutlich die erste bildliche Darstellung seines Todes am Kreuz. Damit wurde das Kreuz zum Symbol des Christentums, welches für einen schmerzhaften Tod steht. Und damit war der fröhliche, menschliche Jesus Geschichte und eine Geschichte von Schmerz, Unterdrückung, Angst und Verfolgung begann. Nur so konnte man über mehr als 1000 Jahre hinweg die Menschen eines ganzen Kontinents zu Leibeigenen, zur Fronarbeitern und Besitzlosen machen.

Die Kirche strebte immer auch nach weltlichem Besitz. Somit war der Papst niemals nur der Kirchenführer, sondern immer auch weltlicher Herrscher über sein eigenes Land, dem Vatikanstaat. Im Mittelalter bestand dieser Staat aus Mittelitalien zwischen Florenz und Neapel. Heute ist es nur noch der kleinste Staat der Welt, welcher sich über wenige Quadratmeter im Westen von Rom erstreckt. Aber es handelt sich, entgegen vieler Meinungen, nicht um den einzigen Zwergstaat innerhalb der Stadt Rom. Der andere, meist unbekannte, ist der Malteserorden, welcher ebenso auf dem Aventino, direkt neben der Kirche der Dominikaner steht. Dieser Orden entstand mit den Kreuzzügen als Johanniterorden in Jerusalem, wurde dann mehrmals vor den heranrückenden Arabern und Türken über Zypern, Rhodos bis Malta evakuiert, nahm auf Malta dann seinen aktuellen Namen an und wurde von dort durch Napoleon vertrieben. Dann gewährte ihm der Papst im Rom das noch heute bestehende Exil. Dieser Ordensstaat hat noch heute das Recht Menschen in den Ritterstand zu erheben. Und gegen großzügige Spenden wird dies auch noch immer praktiziert. Also wenn Sie nun gerne Ritter und Adelig wären und es sich leisten können so ca. eine Million Euro an die Malteser zu spenden, dann kann Ihnen geholfen werden. Warum nur gegen eine so hohe Summe? Gleich und gleich gesellt sich eben gern und grenzt sich noch immer vom niederen Volk, dem Gesindel ab. Auch hier ist die Botschaft Jesu bis heute noch immer nicht angekommen.

Der Vatikan grenzt sein Staatsgebiet weitgehend perfekt mit sehr hohen Mauern ab. Im Grunde ist Rom hierdurch auch eine geteilte Stadt, nur bislang forderte noch niemand diese Mauer einzureisen. Wäre doch eine tolle Vorstellung, Obama auf Staatsbesuch in Rom, hält eine freie Rede direkt vor den Mauern des Vatikans und sagt „Papst Franziskus, ich bitte Sie, bring this wall down“ oder „and I want say to you sono un romano“. Aber darauf werden wir lange Warten können. Der Vatikan ist ein perfekter Polizeistaat, die NSA wären froh wenn sie die USA und den Rest der Welt auf ähnliche Weise kontrollieren könnten. Sämtliche Bereiche außer dem Petersplatz und der Peterskirche sind nur mit Sonderbewilligung und Passierschein zu betreten und alle 50 bis 200 Meter steht eine Kontrolle. Denn viele Passierscheine berechtigen nur zum Zutritt zu bestimmten Bereichen. Zusätzlich sind so gut wie alle Ecken auch noch Kameraüberwacht. Der Haupteingang ist die nördlich des Petersplatz gelegene Porta Santa Anna, bewacht von der Schweizergarde. Direkt neben der Porta hat die Garde auch ihr Gebäude mit eigener Kirche, im Keller befindet sich die Waffenkammer des Vatikan. Denn die Schweizer Garde ist keine Folkloregruppe, sie ist eine vollwertige Streitkraft zum Schutz ihres Staates, des Vatikan und aus ihren Reihen kommen auch die Personenschützer für den Papst. Somit verfügt diese Armee auch über moderne Waffen. In dieser Waffenkammer befindet sich aber auch eine kleine deutsche Maschinenpistole, vermutlich eine Uzi. Im Jahre 1944, als die Alliierten auf Rom vorrückten, floh ein Wehrmachtsoldat in den Vatikan und „ergab“ sich den dortigen Streitkräften. Seine Waffe fand ihren Weg in die Waffenkammer und dort ist sie noch heute.

Wer die erste Kontrolle durch die Schweizer Garde an der Porta Santa Anna hinter sich brachte wird 50 Meter weiter ein weiteres Mal kontrolliert, diesmal von der vatikanischen Polizei. Nur um sicher zu gehen das bei der ersten Kontrolle kein Fehler gemacht wurde. Wer sich dann nach links wendet steht gleich vor dem vatikanischen Supermarkt, in welchem es zu geht wie auf einem arabischen Teppichbasar. Nicht weit ist auch die vatikanische Apotheke. In beiden Läden kann man deutlich günstiger einkaufen, da viele italienische Steuern hier keine Gültigkeit haben. Aber normale Menschen werden nie die Berechtigungskarten für den Supermarkt erhalten, nur für die Apotheke gibt es eine kleine Chance. Wer an der Porta Santa Anna ein ärztliches Rezept vorlegen kann, dem wird der Zugang zur Apotheke gestattet, aber nur bis zur Apotheke, dann schon weniger Meter weiter wartet der nächste Kontrollposten der vatikanischen Polizei und hier ist wieder Endstation. Gegenüber dieser Abzweigung liegt ein Burgturm-ähnliches Gebäude. Darin hat die Vatikanbank ihren Sitz. Eine Bank, welche wohl kaum den Willen Jesu dient oder folgt. Wer es dagegen schafft diese Straße gerade aus den Berg hinauf zu kommen, dort auch die Kontrolle am Tunnel unter einem Gebäude hindurch zu meistern, der hat die vatikanischen Gärten erreicht, welche alles andere als eben sind. Darin befindet sich auch eine Nachbildung der Grotte von Lourdes. Aber all diese Orte werden die meisten Besucher von Rom und des Vatikans nie zu sehen bekommen.

Es gibt nur eine Ecke des Vatikan, welche vielleicht erreicht werden kann. Im Vatikan gibt es auch eine Art „deutsche Enklave“, mit einer eigenen Kirche und eigenem Friedhof. Ich werde hier jetzt nicht verraten an welcher Stelle man wann und wie Zugang hierzu verlangen muß, aber es gilt die Regel das demjenigen, der dies weis und richtig macht, der Zugang zu gestatten ist. Die Gräber auf diesem Friedhof verfügen fast alle über eine Inschrift in Deutsch, die kleine Kirche ist in deutscher Sprache ausgeschildert, es ist schon verrückt, was man im Vatikan so alles finden kann. Aber vor allem, während auf dem Petersplatz die Touristenmassen sich gegenseitig auf den Füßen rum treten und alle in die Kirche strömen wollen, herrscht hier Ruhe, die Möglichkeit einmal wirklich zu sich selbst zu kommen. Ein kleiner Bereich des ansonsten verschlossenen Vatikan erlaubt hier einen kleinen Blick hinter seine Kulissen.

Früher war der Zugang zur Peterskirche möglich wie jede andere Kirche auch. Einfach kommen und rein gehen. Aber im Lauf der Jahre wurde es immer schlimmer und penibler. Heute muß man sich in einer sehr langen Schlange anstellen und wird kontrolliert wie auf Flughäfen, das ist nicht mehr schön und für Menschen, welche noch wissen wie locker die Stimmung Anfang der 80er-Jahre war, nicht mehr erträglich. Aber es gibt Hilfe. Bevor die Kirche im heutigen Vatikan Platz nahm residierte sie im Süden der Stadt, im Lateranpalast. Der Vatikan wurde gebaut nach dem Vorbild es Lateran. Somit kann hier der Vatikan in Miniatur besichtigt werden, und der Zugang ist für alle und jedermann ohne Kontrolle möglich.

Bei allem Schlechten der Kirche und ihrer Taten, was soll man da vom derzeitigen Papst halten, welcher ja ein ganz anderes Bild als seine Kirche abgibt? Ich gehe davon aus, daß er das was er sagt und vorlebt auch wirklich so meint. Somit wäre eine Veränderung der Kirche nach seinen Wünschen durchaus positiv. Aber ich glaube nicht daran das dieser Mann es schaffen wird die tiefen Widerstände hinter den Mauern des Vatikan zu brechen. Er ist nur ein alter Mann, welcher vor seiner Wahl zum Papst weit entfernt lebte. Die vor Ort herrschenden Machtstrukturen bestehen dagegen schon sehr, sehr lange und werden nicht so einfach weichen. Es gab vor 35 Jahren schon einmal eine Papst, welcher meinte etwas verändern zu können. Sein Pontifikat dauerte noch nicht einmal einen Monat, da war er schon in seinen eigenen Gemächern umgebracht worden. Immerhin, der aktuelle Papst hat aus den Fehlern seines Vor-Vor-Vorgängers gelernt und wohnt noch immer im vatikanischen Gästehaus. Er nimmt seine Speisen mit allen anderen Gästen ein, er verlangt keine Sonderbehandlung. Und das könnte ihm bislang sein Überleben gesichert haben. Immer unter anderen Menschen, welche nicht den Kreisen des Vatikans angehören, kann er eben nicht so einfach umgebracht oder vergiftet werden als wenn er einsam und allein in den apostolischen Gemächern residieren würde und sein persönlich nur für ihn zubereitetes Essen zu sich nehmen würde. Demut und Bescheidenheit können also manchmal tatsächlich Leben retten. Jesus wäre glücklich darüber.

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