An den Ufern des Lago d’Iseo, 05.-07.07.2014

Der Zug rauscht durch die Poebene BF Chiari in der Ebene hinter Milano BF Brescia Gleise nach EdoloLago Iseo Zugfenster 5 Lago Iseo Zugfenster 4 Lago Iseo Zugfenster 3 Lago Iseo Zugfenster 2 Lago Iseo Zugfenster 1erster Blick auf den Lago nach BresciaStrandbad Pisogne 3 Strandbad Pisogne 2 Strandbad Pisogne 1 Abendessen am Strandbad PisogneCampingplatz Pisogne 4 Campingplatz Pisogne 3 Campingplatz Pisogne 2 Campingplatz Pisogne 1die Berge ueber Pisogne 1 die Berge ueber Pisogne 2Pisogne Uferpromenade 2 Pisogne Uferpromenade 1 Pisogne Trenord direkt am Seeufer Pisogne Altstadt 3 Pisogne Altstadt 2 Pisogne Uferpromenade 3 Pisogne Altstadt 1 Pisogne Abendstimmung Cocktailbar Pisogne 3 Cocktailbar Pisogne 2 Cocktailbar Pisogne 1 Abendstimmung in Pisogne 4 Abendstimmung in Pisogne 3 Abendstimmung in Pisogne 2 Abendstimmung in Pisogne 1Uferpromenade Lovere Lovere am Seeufer 3 Lovere am Seeufer 2 Lovere am Seeufer 1 Lago Iseo Faehrverkehr Lago Iseo am Morgen alte Strasse am SeeuferMonte Isola Wanderweg Monte Isola Seeufer Monte Isola Ferienhaus Monte Isola Faehrverkehr Monte Isola Dorf Monte Isola die Tische sind gedeckt Monte Isola Bootsanleger Monte Isola Blickpunkt Monte Isola Blick auf den See Monte Isola Baumbestand Monte Isola Aussichtsbank Monte Isola Ausflugsbar Monte Isola am Wasser Monte Isola altes Hotel Barockkirche von Innen Monte Isola Barockkirche von aussen Monte IsolaBahnsteig PisogneZugfenster auf das Obertal 1 Wolkenformationen aus dem Zugfenster 3 Wolkenformationen aus dem Zugfenster 2 Wolkenformationen aus dem Zugfenster 1 schoene Bruecken im Tal aus dem Zugfenster Eintreffen im Bahnhof Edolo BF Malonno BF Edolo Fahrkartenschalter BF Capo di Ponte Der Zug, welchen ich in Milano Centrale bestieg, bringt mich relativ schnell wieder hinaus in die weite Ebene. Die Großstadt ist bald vergessen, es dominieren große Anbauplantagen. Am 31. März fuhr ich bereits über die selben Gleise in dieselbe Richtung. Damals im verspäteten Thello auf dem Weg nach Venedig. Diesmal sitze ich aber im Regionalzug bis Verona Porta Nuova und steige bereits in Brescia wieder aus. Brescia ist der erste Halt des Thello hinter Mailand, aber auch der restliche Fernverkehr fährt Mailand-Brescia immer Nonstop. In Brescia halte ich mich aber nicht sehr lange auf (obwohl diese Stadt durchaus einen Besuch wert wäre), ich steige lediglich um in eine Nebenbahn nach Norden. Es handelt sich hierbei um die Stichbahn nach Edolo. Noch vor wenigen Jahren betrieb Trenitalia-FS das Streckennetz auf der Hauptstrecke, während diese Nebenbahn dagegen in der Hand der Ferrovie Milano Nord (FMN) lag. Somit waren durchgehende Zugverbindungen nie vorgesehen und es war nicht weiter von Bedeutung, das es sich bei dieser Strecke im Dieselbetrieb handelt, während ansonsten in Italien überwiegend elektrifiziert ist. Auch erstellte die FMN seitlich einen eigenen kleinen Bahnhofsflügel um für diese Strecke die Fahrkarten zu verkaufen, direkt davor liegen zwei Stumpfgleise zur Abwicklung des Zugverkehrs Richtung Edolo. Heute aber ist der gesamte Nahverkehr in der Region Lombardia von Trenitalia und der FMN in Trenord fusioniert und diese Trennung um Bahnhof von Brescia wirkt nur noch künstlich.

Die Strecke an sich ist aber absolut einen Besuch wert. Wer sich bei der Abfahrt in Brescia auf die linke Seite setzt bekommt schon nach wenigen Minuten den Lago d’Iseo in den Blick. Das gesamte Ostufer dieses Sees wird abgefahren, die Orte sind wunderschön. Es fällt leicht sich dabei in die früheren Jahrzehnte des vorigen Jahrhunderts zurück zu versetzen, als Reisen an die Seen in Oberitalien oder auch an die Cinque Terre oder Rapallo hoch im Kurs standen. Ich selbst verlasse den Zug an Nordende des Lago, in Pisogne. Auch Pisogne ist einer dieser Orte, welche wie ein Gemälde am Seeufer liegen und sich gleich dahinter die Südalpen bis in weite Höhen erheben. Die Bahn verläuft teilweise direkt neben der Uferpromenade, was aber die Harmonie des Ortes in keinster Weise stört. Direkt neben dem Bahnhof befindet sich das Strandbad, an welchen an den Sommerabenden an der Uferbar gegrillt wird. Die Stimmung ist sehr italienisch, es scheinen sich auch keine Ausländer hier zu befinden. Direkt daneben, noch immer am direkten Seeufer, liegt ein wunderschöner Campingplatz.

Am Abend schlendere ich durch die Altstadtgassen von Pisogne und finde mich irgendwann in einer schönen Bar zu einer Caipirinha wieder. Mit meinen doch bescheidenen Sprachkenntnissen komme ich mit dem Personal ins Gespräch. Überhaupt das dieses Gespräche ohne Streß möglich ist zeigt bereits wo die Probleme liegen, es ist nicht viel los. Menschen sind in Pisogne zwar sehr viele unterwegs, mal hier ein Eis essen und dort mal einen Espresso, aber wirklich viel Geld wird nicht mehr ausgegeben. Die Krise hat das Land erfasst und lähmt es, wenn dies dem oberflächlichen Touristen wohl auch erst auf den zweiten Blick wirklich auffällt. Und wir sind hier nicht im Süden, sondern in der Region Lombardei, welche mit der Hauptstadt Mailand die wirtschaftsstärkste Provinz des ganzen Landes ist! Und auch hier zeigt Italien fast das gleiche Bild als in Kalabrien. Menschen, welche Italien lieben wie ich, könnten anfangen zu heulen. Und einen Haß auf diese ganze Sparpolitik, welche durch EU, Troika und Merkel verordnet wurden, bekommen. Die Leute sind so nett und bemühen sich nach allen Seiten. Die junge Frau, welche als Bedienung tätig ist, würde gerne mit ihrem Freund zusammen ziehen, aber das Geld reicht nicht. So muß man bis weit über den 20. Geburtstag hinaus bei den Eltern verbleiben, ohne zu wissen ob und wann sich das ändern kann. Und ein Job, wie hier in der Bar, reicht auch nicht aus. Aber fast alle Tätigkeiten sind auf Abruf, mal ein paar Stunden hier, dann wieder ein wenig Zeit dort, aber nichts bietet wirklich Perspektive. Und auch der Weggang in die Stadt würde heute nicht mehr helfen, denn selbst in Mailand greift die Krise um sich und die Zahl der offenen Stellen ist gering, dafür die Kosten der Lebenshaltung deutlich höher. Und trotzdem versinkt das Land nicht in menschlicher Depression, die Bürger verlieren nicht ihre Würde und es wird noch immer Gelacht oder zu einem Glas Rotwein gesungen.

Der Lago d’Iseo liegt aus deutscher Sicht ein wenig im Schatten zwischen dem Gardasee, dem Lago Maggiore oder dem Comer See, obwohl er diesen Seen in keinster Weise nachsteht. Es ist nur so das die bekannteren Seen die Nachfrage der Teutonen einfach sättigen können und so der Lago d’Iseo eher ein Geheimtipp bleibt. Aber die Berge, welche teilweise bis in den See hinein zu fallen scheinen, steigen steil und weit hinauf und in der Seemitte liegt eine relativ große Insel, die Monte Isola. Und wie der Name dieser Insel es schon sagt besteht sie aus einem ziemlich hohen Berg. Es ist überhaupt die gebirgigste Insel eines Binnensees in Europa. Auf ihrer höchsten Stelle steht eine Kirche und rund herum liegen mehrere kleine Dörfer verteilt. Verbunden sind diese mit einem System schmaler Straßen, Autoverkehr ist aber nicht gestattet. Es verkehren Minibusse. Ich unternehme eine Bootsfahrt ab Pisogne um die Monte Isola zu erreichen und wandere auf der Insel von einem Dorf zum nächsten. Aufgrund des nicht-vorhandenen Straßenverkehrs sind diese Dörfer in ihrer Pittoreskheit nicht zu übertreffen und schöne Barockkirchen gibt es noch obendrauf. Auf der Monte Isola haben viele kleine Restaurants ihre Tische gedeckt und warten mit herrlichem Seeblick auf Gäste, welche aber in nur sehr geringer Anzahl kommen.

Bootsfahrt vor der Nordküste der Monte Isola:

Ich verbringe noch eine zweite Nacht in Pisogne und erfreue mich nochmals an dieser schönen und zugleich kleinen Stadt. Es ist nun der achte Juli, morgen, am neunten Juli werde ich Italien verlassen, nachdem ich dieses Land am 27. Juni mit der Fähre aus Griechenland erreichte. Abgesehen von der kurzen Durchquerung Norditaliens Anfang April verbrachte ich nun erstmals nach vielen Jahren wieder einige Tage darin – und die alte Liebe ist nicht eingerostet. Sie haben es vielleicht schon bemerkt, im Vergleich zu den wenigen Tagen widmete ich Italien nicht gerade wenige Beiträge. Ich konnte es im Vorfeld nicht voraus ahnen ob mich meine emotionale Bindung zu Italien nochmals in dieser Tiefe erfassen würde, aber ich konnte letztendlich nichts dagegen tun. Zu behaupten ich hätte dieses Land im Blut wäre jetzt vielleicht nicht ganz richtig, aber ich habe es im Herzen, ich spüre in Emotionen seinen Rhythmus. Wann ich wieder kommen kann und werde, kann ich heute noch nicht absehen, aber diese Tage haben mir meine Bindung nochmals bewußt gemacht.

Dann geht es per Bahn ab Pisogne nochmals in den Zug nach Norden, Richtung Edolo. Der See ist nicht mehr zu sehen, dafür Berge. Über den Bergen liegen teilweise interessante Wolkenformationen, im Tal liegen kleine Dörfer und Städtchen, teilweise queren alte Brücken den Flußlauf. Nach einer Stunde ist die Endstation erreicht, der Bahnhof ist zwar etwas modern heraus geputzt, ohne aber daß das alte Bahnhofsflair verloren ging. Es werden sogar noch Fahrkarten am Schalter verkauft.

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